Côte d’Azur Roadtrip

Von der Schweiz bis nach Südfrankreich. Berge und Meer.

Côte d’Azur Roadtrip – unsere Route über die Schweiz nach Südfrankreich

Im August 2025 ging es für uns wieder mit dem Auto los. Diesmal führte unser Roadtrip über Luzern und die Schweizer Alpen nach Nizza an die Côte d’Azur, anschließend weiter Richtung Saint-Tropez, Marseille und Verdon und auf dem Rückweg über Annecy, Genf und Zermatt bis zum Lago Maggiore.

Wie so oft wollten wir ziemlich viel sehen. Einige Stopps würden wir sofort wieder machen, andere hätten wir deutlich kürzer gehalten. Besonders gelernt haben wir auf dieser Reise, dass eine Unterkunft mit Pool irgendwo im Hinterland zwar wunderbar ruhig sein kann – aber auch jeden Tag zusätzliche Fahrzeit bedeutet.

Unsere Route im schnellen Überblick

  • Luzern: Altstadt → Vierwaldstättersee → Löwendenkmal → Übernachtung in Emmetten
  • Schweizer Alpen: Grindelwald → Kandersteg → mit dem Autozug durch den Lötschberg
  • Nizza: Altstadt → Markt → Colline du Château → Promenade des Anglais → Hafen
  • Monaco: Casino → Hafen → alles zu Fuß
  • Cap-Ferrat: Baden & Sundowner am Plage Passable
  • Côte d’Azur: Küstenstraße → Saint-Tropez → Übernachtung in Sainte-Maxime
  • Hyères: Flamingos am Étang des Pesquiers
  • Calanques: Wanderung → Baden → Marseille
  • Verdon: Lac de Sainte-Croix → Boot → Cassis
  • Alpen: Durance → Écrins → Annecy
  • Schweiz: Genf → Genfer See → Täsch → Zermatt & Seenwanderung
  • Italien: Stresa → Lago Maggiore → Tagesausflug Mailand → Heimfahrt

Unsere Highlights: Luzern, Verdon, Cassis, Annecy und Zermatt.
Unsere Überraschung: Der versehentliche Autozug durch den Lötschberg.
Würden wir kürzen: Saint-Tropez, Marseille und vor allem Stresa.
Wichtigster Roadtrip-Tipp: Weniger Standorte, dafür die richtigen.

Unsere komplette Côte-d’Azur-Roadtrip-Route

Unser Roadtrip führte über Luzern und die Schweizer Alpen nach Nizza, weiter entlang der Côte d’Azur und durch die Provence und anschließend über die französischen Alpen, Annecy, Genf und Zermatt bis zum Lago Maggiore. Klicke auf die nummerierten Stopps, um unsere Erfahrungen und Tipps zu sehen.
Unsere Highlights Weitere Stopps Auto Autozug Zug Wanderung / Gondel Boot
Die schwarze Linie folgt dem Straßennetz. Zug-, Autozug-, Wander- und Bootslinien dienen zur Orientierung und stellen nicht immer den exakten Streckenverlauf dar.

 

Luzern – perfekter erster Zwischenstopp

Unsere erste Etappe führte bis nach Luzern und die Stadt hat uns sofort gefallen. Wasser, Berge, Altstadt und die Promenade am Vierwaldstättersee ergeben genau die Kulisse, die man sich von der Schweiz vorstellt. Wir sind entlang der Reuss und später bis Richtung Casino gelaufen, haben das berühmte Löwendenkmal besucht und einfach eine Weile am Wasser gesessen. Das Denkmal ist in echt übrigens deutlich größer, als wir es uns vorgestellt hatten.

Zum Essen wurde es ganz unspektakulär McDonald’s – für Schweizer Verhältnisse für uns die günstigste unkomplizierte Lösung. Wenn ihr mehr Zeit habt, würden wir in Luzern noch eine Bootsfahrt über den Vierwaldstättersee ergänzen. Die Stadt verdient eigentlich mehr als nur ein paar Stunden.

Übernachten in Emmetten – ein Glücksgriff

Unsere Unterkunft lag nicht direkt in Luzern, sondern in Emmetten im Kanton Nidwalden. Und das war landschaftlich traumhaft. Nach der Stadt plötzlich Berge, Ruhe und Aussicht – genau deshalb mögen wir Roadtrips. Für eine Nacht würden wir diese Kombination aus Luzern und Emmetten sofort wieder wählen.

Grindelwald – wunderschön, aber viel zu kurz

Am nächsten Morgen ging es nach Grindelwald. Für eine richtige Wanderung hatten wir leider zu wenig Zeit, aber selbst zum kurzen Anschauen war die Bergkulisse beeindruckend. Rückblickend hätten wir hier entweder einen zusätzlichen Tag eingeplant oder Grindelwald komplett ausgelassen und stattdessen eine längere Alpenroute gefahren.

Unser Problem: Wir mussten spätestens gegen 22 Uhr an unserer Unterkunft bei Nizza sein und sind trotzdem relativ spät aus der Schweiz weitergefahren. Genau diese Kombination aus festem Check-in und spontanen Zwischenstopps sorgt bei einem Roadtrip irgendwann für Zeitdruck.

Plötzlich mit dem Auto im Zug

Irgendwo rund um Kandersteg hatten wir dann offensichtlich nicht ganz die Route erwischt, die wir ursprünglich geplant hatten. Plötzlich standen wir mit dem Auto beim Lötschberg-Autoverlad.

Also Auto auf den Zug, sitzen bleiben und durch den Berg fahren. Eigentlich nicht geplant – aber im Nachhinein eines der coolsten Erlebnisse auf der Strecke. Wenn ihr diese Route bewusst fahren wollt, könnt ihr das Ticket vorher online kaufen. Der BLS-Autoverlad verbindet Kandersteg und Goppenstein und Online-Tickets sind direkt über BLS erhältlich.

Internet in der Schweiz nicht vergessen

Für die Schweiz hatten wir uns vorher eine eSIM organisiert. Je nach deutschem Mobilfunkvertrag ist die Schweiz nicht automatisch wie ein EU-Land im normalen Roaming enthalten. Gerade für Navigation und spontane Routenänderungen wollten wir deshalb unabhängig sein.

Das hat sich spätestens bei unserer ungeplanten Autozugfahrt gelohnt.

Weiter Richtung Nizza – Pässe oder Grindelwald?

Eigentlich hatten wir überlegt, auf dem Weg noch mehr Passstraßen mitzunehmen. Dafür war die Zeit aber schlicht zu knapp. Beim nächsten Mal würden wir uns entscheiden: Entweder Grindelwald mit Zeit oder eine schöne Passroute Richtung Frankreich. Beides plus Ankunft in Nizza am selben Abend war uns zu viel.

Am Abend haben wir noch in Saint-Laurent-du-Var gegessen und sind anschließend zu unserer Unterkunft nach La Gaude gefahren.

Unsere Unterkunft bei Nizza – Fluch und Segen

Die Unterkunft in La Gaude war gleichzeitig großartig und unpraktisch. Wir hatten Ruhe und einen Pool, waren dafür aber immer etwa 20 bis 30 Minuten mit dem Auto von Nizza entfernt. Eine vernünftige Bus- oder Bahnverbindung gab es für uns nicht.

Für entspannte Tage war das super. Für Restaurants, Bars oder Nachtleben in Nizza eher nicht. Beim nächsten Mal würden wir deshalb vorher entscheiden: Wollen wir Ruhe und Pool oder wollen wir Nizza abends zu Fuß erleben? Beides gleichzeitig bekommt man mit einer Unterkunft im Hinterland nur schwer.

Nizza an einem halben Tag

Am nächsten Tag ging es nach Nizza. Unser Auto haben wir bewusst in einer Tiefgarage abgestellt – lieber ein paar Euro bezahlen und dafür nicht ständig überlegen, ob das Auto an der Straße gut steht.

Vom Fontaine du Soleil ging es durch die Altstadt und über den Markt Richtung Meer. Unterwegs natürlich noch ein Eis und anschließend hinauf auf die Colline du Château. Von dort hat man einen richtig schönen Blick über Nizza und die Küste.

Danach liefen wir über die Promenade des Anglais weiter Richtung Hafen. Für einen ersten Eindruck hat uns ungefähr ein halber Tag gereicht. Wer Museen, Strand oder Nachtleben einplant, kann natürlich problemlos länger bleiben.

Villefranche-sur-Mer – perfekt für die Drohne

Danach ging es weiter nach Villefranche-sur-Mer. Die Bucht mit den bunten Häusern und dem türkisfarbenen Wasser sieht von oben besonders schön aus und für uns war das deshalb vor allem ein Fotostopp.

Genau solche kleinen Stopps gefallen uns auf Roadtrips oft besser als die Sehenswürdigkeiten, für die man extra einen kompletten Tag reserviert.

Monaco – klein, teuer und beeindruckend

Unser nächster Stopp war Monaco. Wieder Auto in die Tiefgarage und anschließend alles zu Fuß. Gerade rund um das Casino und den Hafen merkt man ziemlich schnell, dass man hier in einer anderen Welt unterwegs ist.

Luxusyachten, Supersportwagen, Casino und Hochhäuser auf engstem Raum – einmal fanden wir Monaco definitiv sehenswert. Einen kompletten Urlaubstag bräuchten wir dafür aber nicht.

Achtung beim mobilen Internet in Monaco

Monaco gehört nicht zur EU. Die EU-Regel „Roam like at home“ gilt automatisch in den 27 EU-Staaten, Monaco gehört nicht dazu. Ob euer deutscher Tarif Monaco trotzdem einschließt, hängt vom Anbieter ab. Deshalb vorher prüfen oder die eSIM entsprechend auswählen.

Sundowner am Plage Passable

Auf dem Rückweg wollten wir noch baden und sind zum Plage Passable in Saint-Jean-Cap-Ferrat gefahren. Die Straße Richtung Strand ist eng und Parkplätze direkt unten waren bei uns kaum zu bekommen.

Unser Tipp: Lieber oben einen vernünftigen Parkplatz nehmen und hinunterlaufen. Die Suche nach dem letzten freien Parkplatz direkt am Wasser kostet sonst mehr Zeit als der Fußweg.

Der Strand selbst war wunderschön und perfekt für einen Sundowner. Danach ging es zurück nach Nizza.

Unser erstes Mal Muscheln

Am Abend waren wir wieder auf dem Markt beziehungsweise in der Altstadt von Nizza unterwegs und haben uns eine Portion Muscheln in Weißweinsoße geteilt. Für uns tatsächlich das erste Mal – und überraschend gut.

Genau solche einfachen Essen bleiben uns oft mehr in Erinnerung als irgendein vorher stundenlang recherchiertes Restaurant.

Entlang der Côte d’Azur Richtung Saint-Tropez

Am nächsten Tag ging es ohne besonders festen Plan an der Küste Richtung Westen. Genau für solche Tage ist ein Roadtrip perfekt: fahren, anhalten, wenn es schön aussieht, und irgendwann weiter.

Ein Ziel hatten wir trotzdem: Saint-Tropez.

Saint-Tropez – kann man sehen, muss man nicht

Natürlich wollten wir einmal wissen, warum Saint-Tropez so berühmt ist. Unser Fazit war allerdings ziemlich nüchtern: nett, aber für uns nicht außergewöhnlich.

Deutlich schlauer fanden wir unsere Unterkunft auf der anderen Seite der Bucht in Sainte-Maxime. Sie war günstiger, wir mussten uns nicht mit den hohen Parkkosten direkt in Saint-Tropez beschäftigen und standen nicht unnötig lange im Verkehr.

Beim nächsten Mal würden wir wieder außerhalb schlafen und Saint-Tropez nur kurz besuchen.

Flamingos bei Hyères

Am nächsten Tag führte uns die Route zum Étang des Pesquiers bei Hyères. Dort wollten wir vor allem Flamingos sehen – und wir hatten Glück.

Danach ging es weiter zu unserem Airbnb in Belcodène. Die Unterkunft war ein richtig schöner Gegenpol zu den touristischen Küstenorten: eine superliebe Familie, Pool und Ruhe.

Nationalpark Calanques – 3 Stunden laufen fürs Baden

Am nächsten Tag wollten wir in den Nationalpark Calanques. Wir starteten im Bereich der Forêt Départementale de Marseilleveyre und liefen zu einer ruhigeren Bucht. Für den Hinweg brauchten wir ungefähr anderthalb Stunden – und natürlich anschließend noch einmal genauso lange zurück.

Das Baden war dafür richtig schön. Klares Wasser, Felsen und deutlich weniger Menschen als an einigen leichter erreichbaren Buchten. Trotzdem sollte man wissen, worauf man sich einlässt: genug Wasser, etwas Essen, Sonnenschutz und möglichst wenig unnötiges Gepäck mitnehmen.

Ein wirklicher Geheimtipp ist der Nationalpark längst nicht mehr. Im Hochsommer gelten für einzelne besonders belastete Calanques inzwischen sogar Zugangsbeschränkungen; für Sugiton ist 2026 beispielsweise an vielen Sommertagen eine kostenlose Reservierung vorgeschrieben. Vor einer Wanderung würden wir deshalb immer die aktuellen Regeln des Nationalparks prüfen.

Beim nächsten Mal lieber vom Wasser?

Nach drei Stunden Wanderung nur für Hin- und Rückweg kam bei uns die Frage auf, ob wir die Küste beim nächsten Besuch nicht lieber mit einem Boot vom Wasser aus erkunden würden.

Wandern würden wir trotzdem wieder – aber vielleicht nicht bei jedem Küstenabschnitt.

Marseille – hat uns nicht gefallen

Nach dem Baden ging es noch nach Marseille. Und wie bei La Spezia können wir auch hier relativ direkt sein: Die Stadt hat uns überhaupt nicht abgeholt.

Die Kathedrale fanden wir schön und am Hafen haben wir noch etwas gegessen. Ansonsten war Marseille für uns kein Ort, für den wir beim nächsten Roadtrip zusätzliche Zeit reservieren würden.

Verdon – eines unserer Highlights

Ganz anders war der nächste Tag. Unser Ziel war der Plage du Galetas am Lac de Sainte-Croix direkt an der Verdonschlucht.

Wir waren früh dort und das war genau richtig. Noch keine großen Warteschlangen, Parkplatzsuche war entspannt und wir konnten direkt aufs Wasser.

Mit dem Boot in die Verdonschlucht

Der See und die Schlucht waren für uns eines der Highlights des gesamten Roadtrips. Türkisfarbenes Wasser, hohe Felswände und dazu mit dem Boot in die Schlucht fahren – genau so stellt man sich Südfrankreich vor.

Am Lac de Sainte-Croix kann man unter anderem Tretboote, Kanus, SUPs und Elektroboote ausleihen. Laut Tourismusverband ist dafür bei vielen Stationen keine vorherige Reservierung nötig – im Hochsommer würden wir trotzdem wieder früh kommen.

Diesen Stopp würden wir ohne zu überlegen wieder einplanen.

Lavendelfelder Ende August? Zu spät

Danach wollten wir natürlich noch die berühmten Lavendelfelder sehen. Ende August war dafür allerdings schlicht zu spät. Vieles war bereits verblüht oder abgeerntet.

Wenn Lavendel ein Hauptgrund für eure Provence-Reise ist, würden wir den Reisezeitraum entsprechend früher legen. Für uns war es diesmal eher ein „gut, jetzt wissen wir es“-Moment.

Cassis statt Marseille

Am Abend ging es nach Cassis und hier war unser Eindruck genau das Gegenteil von Marseille. Kleiner, gemütlicher, direkt am Wasser und für uns viel angenehmer.

Man kann dort essen, durch den Ort laufen oder einfach noch einmal ins Wasser. Beim nächsten Mal würden wir lieber länger in Cassis bleiben und Marseille deutlich kürzer halten.

Zurück Richtung Norden – durch die französischen Alpen

Danach begann langsam die Rückreise. Unsere Route führte entlang der Durance und durch die Berglandschaft des Parc national des Écrins Richtung Norden.

Die Strecke war wunderschön. Allerdings haben wir dabei eine wichtige Roadtrip-Regel beinahe vergessen:

In den Bergen lieber einmal zu früh tanken als einmal zu spät.

Unser Tank wurde oben nämlich ziemlich leer und plötzlich wird aus einer schönen Passstraße nur noch die Frage, wo die nächste Tankstelle ist.

Unsere falsche Unterkunft bei Grenoble

Unsere Unterkunft lag schließlich im Département Isère im Raum Grenoble. Wir hatten bei der Planung offenbar gedacht, wir wären damit irgendwie schon sinnvoll bei Annecy.

Waren wir nicht.

Der Ort selbst war für uns auch nicht besonders sehenswert. Rückblickend hätten wir direkt in oder bei Annecy übernachten sollen.

Annecy – hier hätten wir schlafen sollen

Am nächsten Tag kamen wir nach Annecy und wussten ziemlich schnell: Das wäre der bessere Übernachtungsort gewesen.

Altstadt, Berge und dieser unglaublich klare See machen Annecy richtig schön. Wir haben uns ein Tretboot genommen, waren baden und anschließend auf dem Markt.

Zum Mittag gab es einen Broiler mit Kartoffeln – unkompliziert und genau richtig nach dem Baden.

Annecy würden wir beim nächsten Roadtrip mindestens eine Nacht geben.

Genf in zwei Stunden

Danach ging es weiter nach Genf. Wir haben am See gesessen, uns die Stadt etwas angeschaut und sind nach ungefähr zwei Stunden weitergefahren.

Für uns hat das als Zwischenstopp gereicht. Viel schöner fanden wir eigentlich die anschließende Fahrt entlang des Genfer Sees.

Täsch – perfekte Basis für Zermatt

Unser Tagesziel war Täsch. Dort konnten wir das Auto unkompliziert abstellen und am nächsten Morgen mit dem Zug nach Zermatt fahren.

Da Zermatt autofrei ist, fanden wir Täsch als Basis richtig praktisch.

Zermatt & Matterhorn – teuer, aber beeindruckend

Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug nach Zermatt. Das Matterhorn ist in echt tatsächlich ein beeindruckendes Motiv – wahrscheinlich auch deshalb, weil man es während der Wanderung immer wieder aus völlig unterschiedlichen Perspektiven sieht.

Wir sind mit den Bergbahnen nicht bis zum höchstmöglichen Punkt gefahren, sondern bewusst früher ausgestiegen und haben von dort eine längere Seenwanderung gemacht. Das war für uns die bessere Kombination aus Preis und Erlebnis.

Der bekannte 5-Seenweg startet im Bereich Blauherd und führt an mehreren Bergseen mit Matterhornblick vorbei. Genau solche Wanderungen würden wir einer teuren reinen Bergbahnfahrt jederzeit vorziehen.

Am Ende waren wir ungefähr vier Stunden unterwegs. Unser Tipp deshalb: Nicht automatisch das teuerste Bergbahnticket kaufen. Erst überlegen, wo ihr sowieso wandern wollt.

Stresa – vier Nächte waren viel zu viel

Nach Zermatt ging es weiter nach Stresa am Lago Maggiore. Eigentlich hatten wir uns den Abschluss ähnlich vorgestellt wie Limone am Gardasee: hübscher Ort, See, etwas baden und ein paar entspannte Tage.

Bei uns hat das nicht funktioniert. Stresa war uns relativ schnell zu langweilig und vier Nächte waren für unseren Reisestil definitiv zu viel.

Natürlich kann man dort entspannen und Ausflüge auf die Borromäischen Inseln unternehmen. Für uns persönlich wäre aber ein kurzer Stopp von ein paar Stunden oder maximal einer Nacht völlig ausreichend gewesen.

Mailand als Tagesausflug

Einen Tag sind wir von Stresa mit dem Auto nach Mailand gefahren. Dom und Galleria Vittorio Emanuele II wollten wir einmal gesehen haben und dafür hat uns der Ausflug gereicht.

Mit dem Auto würden wir es allerdings nicht unbedingt wieder machen. Gerade mit einem Diesel muss man sich vorher genau mit den Umwelt- und Zufahrtsregeln beschäftigen. Von Stresa gibt es außerdem eine direkte Bahnverbindung Richtung Mailand – das wäre für uns beim nächsten Mal die entspanntere Lösung.

Crit’Air in Frankreich nicht vergessen

Ein Thema, das bei einem Roadtrip durch Frankreich leicht vergessen wird, ist die französische Crit’Air-Umweltplakette. Sie ist in eingerichteten Umweltzonen und bei bestimmten verkehrsbedingten Einschränkungen erforderlich – auch ausländische Fahrzeuge können die Plakette offiziell online bestellen. Der offizielle Preis liegt derzeit bei 3,11 Euro zuzüglich Versand.

Wir würden sie einfach rechtzeitig vor der Reise bestellen, statt unterwegs ständig überlegen zu müssen, wo wir mit unserem Fahrzeug fahren dürfen.

Was würden wir genauso wieder machen?

  • Luzern als ersten Zwischenstopp wählen
  • In Emmetten außerhalb der Stadt übernachten
  • Die Fahrt durch die Schweizer Alpen als Teil des Roadtrips sehen
  • Nizza, Villefranche und Monaco miteinander kombinieren
  • In Monaco und Nizza Tiefgaragen nutzen
  • Am Cap-Ferrat einen Badestopp einplanen
  • Saint-Tropez von Sainte-Maxime aus besuchen
  • Flamingos bei Hyères suchen
  • Im Nationalpark Calanques wandern und baden
  • Verdon unbedingt mit Boot erleben
  • Cassis am Abend besuchen
  • Annecy mit Baden und Boot verbinden
  • Täsch als Basis für Zermatt nutzen
  • In Zermatt lieber wandern als nur Bergbahnen fahren

Was würden wir anders machen?

Grindelwald: Entweder richtig Zeit zum Wandern einplanen oder zugunsten einer schönen Passroute streichen.

Nizza: Wenn Nachtleben wichtig ist, zentraler schlafen. Pool und Ruhe in La Gaude waren schön, aber jeden Tag 20 bis 30 Minuten zusätzliche Fahrt waren auf Dauer unpraktisch.

Saint-Tropez: Kurz anschauen reicht uns. Wieder günstig außerhalb schlafen.

Calanques: Eine Wanderung würden wir wieder machen, beim nächsten Mal die Küste zusätzlich per Boot erkunden.

Marseille: Deutlich kürzer oder komplett streichen und lieber mehr Zeit in Cassis verbringen.

Annecy: Hier übernachten statt irgendwo im Raum Grenoble.

Stresa: Von vier Nächten auf maximal eine Nacht reduzieren.

Die gewonnene Zeit: Lieber einen zusätzlichen Tag in Grindelwald, Annecy, Zermatt oder generell in den Bergen verbringen.

So würden wir die Route heute verbessern

Der Anfang bis Nizza hat für uns grundsätzlich gut funktioniert. Wir würden lediglich zwischen Grindelwald und einer ausgedehnten Passroute wählen, statt beides an einem Tag zu versuchen.

An der Côte d’Azur würden wir Nizza als Basis behalten, Saint-Tropez kurz besuchen und anschließend lieber mehr Zeit rund um Hyères, Verdon und Cassis verbringen. Marseille bräuchten wir nicht noch einmal.

Auf dem Rückweg würden wir direkt in Annecy übernachten und anschließend über Genf nach Täsch fahren. Nach Zermatt würden wir nicht vier Nächte am Lago Maggiore anhängen, sondern vielleicht noch einen Tag in der Schweiz beziehungsweise in den Alpen verbringen.

Stresa wäre für uns heute nur noch ein Zwischenstopp auf dem Heimweg.

Unser persönliches Ranking

1. Verdon & Lac de Sainte-Croix: Für uns der schönste Tag in Südfrankreich.

2. Zermatt: Matterhorn plus Wandern funktioniert einfach.

3. Luzern: Perfekter Start in den Roadtrip und eigentlich mehr Zeit wert.

4. Annecy: Einer dieser Orte, bei denen wir sofort wussten, dass unsere Unterkunft am Vorabend falsch gewählt war.

5. Nizza & Umgebung: Besonders in Kombination mit Villefranche, Monaco und Cap-Ferrat.

Cassis statt Marseille: Für uns die eindeutig bessere Wahl.

Stresa: Hübsch für ein paar Stunden, aber vier Nächte waren uns deutlich zu viel.

Unser Fazit zum Côte-d’Azur-Roadtrip

Wir würden den Roadtrip jederzeit wieder machen, aber an mehreren Stellen entschleunigen. Luzern war ein wunderschöner Start, die Fahrt durch die Schweizer Alpen ein Erlebnis für sich und Nizza mit Monaco und Cap-Ferrat eine perfekte Kombination für ein paar Tage an der Côte d’Azur.

Richtung Westen haben uns Verdon und Cassis deutlich besser gefallen als die berühmteren Namen Saint-Tropez und Marseille. Auf dem Rückweg waren Annecy und Zermatt die Orte, an denen wir gerne mehr Zeit gehabt hätten.

Und Stresa hat uns noch einmal gezeigt, dass man eine Unterkunft nicht für vier Nächte buchen sollte, nur weil ein anderer See im Jahr davor wunderschön war.

Unser wichtigster Tipp für diesen Roadtrip: Plant nicht nur danach, was auf der Strecke liegt. Plant danach, wo ihr wirklich Zeit verbringen wollt.

Dann wird aus einer langen Fahrt durch vier Länder auch wirklich Urlaub – und nicht nur eine sehr schöne Autobahn mit ziemlich vielen Zwischenstopps.