Roadtrip: Gardasee, Toskana und Dolomiten

Wenn der Weg das Ziel ist. Und der Weg ist lang!

Roadtrip durch die Toskana & Dolomiten – unsere Route

Im Sommer 2024 ging es für uns mit dem Auto Richtung Italien. Unser Roadtrip führte über München, den Gardasee und Cinque Terre in die Toskana und anschließend über Südtirol, die Dolomiten und Innsbruck wieder zurück.

Wir wollten möglichst viel sehen und genau das war gleichzeitig unser größter Fehler. Besonders in der Toskana und den Dolomiten haben wir irgendwann gemerkt, dass weniger Strecke oft der bessere Urlaub ist. Deshalb zeigen wir euch nicht nur unsere tatsächliche Route, sondern auch, wie wir sie beim nächsten Mal sinnvoller planen würden.

Unsere Route im schnellen Überblick

  • München: Schloss Nymphenburg → Fahrrad → Marienplatz → Viktualienmarkt → Hofbräuhaus
  • Gardasee: Limone → Boot nach Malcesine → Monte Baldo → Baden → Sirmione
  • Cinque Terre: La Spezia → Zug nach Vernazza
  • Toskana: Pisa → Rosignano Marittimo → Gavorrano
  • Val d’Orcia: Montalcino → Pienza → Castiglione d’Orcia → heiße Quellen
  • Toskana: Siena → San Gimignano → Chianti → Castelnuovo Berardenga
  • Südtirol: Kalterer See → Bozen
  • Dolomiten: Welschnofen → Canazei → Wolkenstein → Corvara → Pragser Wildsee → Toblach → Seceda
  • Österreich: Innsbruck → Heimreise

Unser schönster Zwischenstopp: Limone am Gardasee.
Unsere wichtigste Erkenntnis: In der Toskana und den Dolomiten ist weniger oft mehr.
Unser größter Planungsfehler: Eine ungünstige Unterkunft in den Dolomiten und viel zu viele Ziele pro Tag.

Unsere komplette Roadtrip-Route

Von München ging es über den Gardasee und Cinque Terre in die Toskana. Anschließend führte unser Roadtrip über Südtirol und die Dolomiten zurück Richtung Innsbruck. Klicke auf die nummerierten Punkte, um unsere Erfahrungen und Tipps zu den einzelnen Stopps zu sehen.
Unsere Highlights Weitere Stopps Auto Boot Zug Gondel / Wanderung
Die Autofahrten werden anhand des Straßennetzes berechnet. Boot-, Zug- und Gondelverbindungen dienen auf der Karte zur Orientierung und stellen nicht den exakten Streckenverlauf dar.

Erster Stopp: München

Unsere erste größere Etappe führte nach München. Für uns war die Stadt der ideale Zwischenstopp auf dem Weg nach Italien und eigentlich könnte man problemlos mehrere Tage hier verbringen. Genau deshalb haben wir München inzwischen auch einen eigenen Beitrag gewidmet.

Zuerst ging es zum Schloss Nymphenburg. Nach mehreren Stunden Autofahrt tat es gut, durch den weitläufigen Schlosspark zu laufen. Anschließend haben wir bei unserer Unterkunft Fahrräder eines Sharing-Anbieters genommen und sind damit Richtung Zentrum gefahren.

Marienplatz, Viktualienmarkt und Hofbräuhaus lassen sich so wunderbar miteinander verbinden. Für einen kurzen Aufenthalt würden wir das wieder genauso machen: Auto stehen lassen und München mit Fahrrad und zu Fuß erkunden.

Über den Brenner zum Gardasee

Am nächsten Tag ging es über Österreich und den Brenner weiter nach Italien. Vorher sollte man an die österreichische Vignette denken. In Italien kommt man anschließend automatisch an die Mautstationen, sodass man das eigentlich nicht übersehen kann.

Unser Ziel war Limone sul Garda und der Ort hat uns sofort gefallen. Enge Gassen, Berge direkt hinter dem Ort und überall der Gardasee. Natürlich haben wir auch beim bekannten Limoncello-Fenster vorbeigeschaut und den Abend anschließend einfach im Ort ausklingen lassen.

Malcesine & Monte Baldo

Am nächsten Morgen ging es mit dem Boot über den Gardasee nach Malcesine. Allein die Fahrt über den See lohnt sich schon, unser eigentliches Ziel war aber der Monte Baldo.

Mit der Gondel ging es nach oben und der Ausblick über den gesamten Gardasee war wirklich spektakulär. Wir entschieden uns spontan, den Berg anschließend zu Fuß hinunterzulaufen. Das klang zunächst nach einer guten Idee.

Nach ungefähr vier Stunden waren wir allerdings immer noch erst auf der Hälfte.

Das würden wir definitiv anders machen. Beim nächsten Mal würden wir entweder oben eine schöne Rundwanderung machen und wieder mit der Gondel hinunterfahren oder den Berg eher hinauflaufen und anschließend entspannt mit der Bahn zurück ins Tal fahren.

Nach der Wanderung ging es noch kurz in den Gardasee. Danach sind wir wieder mit dem Boot zurück nach Limone gefahren. Für uns war der Gardasee ein perfekter Zwischenstopp, auch wenn man dort problemlos noch mehrere Tage verbringen könnte.

Sirmione: schön, aber Parkplatzstress

Auf der Weiterfahrt machten wir noch einen kurzen Stopp in Sirmione. Eigentlich wollten wir nur durch den Ort laufen und ein Eis essen, die größte Herausforderung war aber erst einmal die Parkplatzsuche.

Unser Tipp: Lieber etwas weiter außerhalb parken und ein paar Minuten laufen. Es lohnt sich nicht, im Stau möglichst nah an die Altstadt zu fahren oder am Ende noch ein Knöllchen zu riskieren.

La Spezia & Cinque Terre

Danach ging es weiter nach La Spezia. Die Stadt selbst hat uns überhaupt nicht gefallen und unsere Airbnb-Unterkunft war leider ebenfalls ein ziemlicher Reinfall. Für uns war La Spezia deshalb wirklich nur ein praktischer Ausgangspunkt für Cinque Terre.

Mit dem Zug fuhren wir nach Vernazza. Bunte Häuser, kleine Gassen und direkt davor das Meer – genau so hatten wir uns Cinque Terre vorgestellt.

Eigentlich wollten wir am nächsten Tag noch wandern, aber wegen des Regens haben wir den Plan verworfen und sind direkt weiter Richtung Toskana gefahren. Genau das mögen wir an Roadtrips: Wenn das Wetter nicht passt, kann man einfach umplanen.

Pisa und weiter in die Toskana

Unser nächster Stopp war Pisa. Wir wollten den Schiefen Turm einmal gesehen haben, also kurz hingefahren, angeschaut und anschließend weiter.

Über die Küste bei Rosignano Marittimo ging es schließlich zu unserer Unterkunft nach Gavorrano. Und hier begann für uns die eigentliche Toskana.

Unsere falsche Vorstellung von der Toskana

Vor der Reise hatten wir ein sehr klares Bild im Kopf: Weingut neben Weingut, endlose Zypressenalleen und hinter jeder Kurve das nächste perfekte Fotomotiv.

In Wirklichkeit verteilen sich die bekannten Landschaften, Weingüter, mittelalterlichen Städte und Zypressenstraßen über ein riesiges Gebiet. Dadurch haben wir deutlich mehr Zeit im Auto verbracht, als wir erwartet hatten.

Genau deshalb würden wir heute sagen: In der Toskana ist der Weg das Ziel. Nicht ständig den nächsten Punkt ins Navi eingeben, sondern Landstraße fahren, anhalten, wenn es schön aussieht, einen Kaffee trinken und die Landschaft genießen.

Montalcino, Pienza & heiße Quellen

Unser erster großer Toskana-Tag führte uns nach Montalcino und anschließend weiter Richtung Pienza. Natürlich wollten wir die typischen Zypressenalleen sehen und möglichst viel von der klassischen Toskana mitnehmen.

Am Abend ging es noch nach Castiglione d’Orcia zu den heißen Quellen. Das war eines unserer Highlights. Es war deutlich weniger überlaufen als viele der bekannten Sehenswürdigkeiten und nach einem langen Tag im Auto war das warme Wasser genau richtig.

Diesen Stopp würden wir sofort wieder machen.

So würden wir die Toskana heute planen

Beim nächsten Mal würden wir eine schöne Unterkunft auf einem Weingut oder Agriturismo buchen und dort auch wirklich Zeit verbringen.

Pool, gutes Buch, vielleicht morgens ein Ort und am Nachmittag ein zweites Ziel. Mehr müsste es gar nicht sein.

Wir waren auf dieser Reise ständig unterwegs, um die Toskana zu sehen, und haben dabei teilweise vergessen, sie einfach zu genießen.

Siena, San Gimignano & Chianti

Am nächsten Tag ging es nach Siena und anschließend nach San Gimignano. Beide Orte sind sehenswert, aber irgendwann haben wir gemerkt, dass sich die Eindrücke bei mehreren mittelalterlichen Städten hintereinander ähneln.

Enge Gassen, alte Steinhäuser, Kirchen, Marktplätze und Aussichtspunkte sind wunderschön – man muss sie aber nicht alle innerhalb von zwei Tagen abhaken.

Danach ging es noch in die Chianti-Region rund um Castelnuovo Berardenga. Dort haben wir den Abend bei einem schönen Essen ausklingen lassen.

Heute würden wir eher ein gutes Weingut oder Restaurant auswählen und dort länger bleiben, statt noch drei weitere Orte in denselben Tag zu quetschen.

Vom Kalterer See nach Bozen

Auf dem Weg Richtung Südtirol legten wir noch einen Badestopp am Kalterer See ein und fuhren anschließend weiter nach Bozen.

Unsere Unterkunft dort war wunderbar und auch die Stadt hat uns richtig gut gefallen. Markt, kleine Gassen, Cafés und die Mischung aus Italien und Südtirol haben uns sofort gefallen.

Im Nachhinein hätten wir hier einfach länger bleiben sollen.

Unser Fehler in den Dolomiten

Unsere Idee war eigentlich logisch: Wenn wir direkt irgendwo in den Dolomiten übernachten, müssen wir weniger fahren.

Das Gegenteil war der Fall.

Unsere Unterkunft lag in Rocca Pietore. Für unsere geplanten Ziele war das ziemlich unpraktisch und wir mussten trotzdem ständig lange Strecken fahren. Dazu kam, dass uns die Unterkunft selbst überhaupt nicht gefallen hat.

Rückblickend wäre unsere schöne und günstigere Unterkunft in Bozen für einen großen Teil unserer Route die bessere Wahl gewesen.

Die Passstraßen waren trotzdem großartig

Was uns richtig gut gefallen hat, waren die Fahrten durch die Dolomiten selbst. Orte wie Canazei und Wolkenstein in Gröden sowie die vielen Passstraßen machen das Autofahren hier zu einem Teil der Reise.

Serpentinen, Felswände und ständig neue Aussichtspunkte – hier gilt ähnlich wie in der Toskana: Der Weg ist Teil des Ziels.

Nur sollte man denselben Weg nicht dreimal fahren, weil die Route schlecht geplant ist.

Welschnofen, Corvara & Pragser Wildsee

Am nächsten Tag hatten wir wieder viel zu viel geplant. Zuerst ging es nach Welschnofen, mittags wollten wir in Corvara sein und abends sollte auch noch der Pragser Wildsee hineinpassen.

Es funktioniert irgendwie, aber entspannt ist es nicht.

Gerade in den Dolomiten würden wir heute viel früher starten. Bei beliebten Zielen sollte man möglichst vor dem großen Besucheransturm da sein. Alternativ kann man einige Passstraßen auch bewusst später am Nachmittag fahren.

Am Pragser Wildsee hatten wir außerdem wieder eine kleine Urlaubserfahrung: Für ungefähr eine Stunde haben wir rund 15 Euro Parkgebühr bezahlt, weil für unseren Parkplatz direkt der entsprechende Tarif galt.

Etwas weiter entfernt wäre es günstiger gewesen.

Auch hier gilt: Nicht automatisch den ersten Parkplatz nehmen.

Toblach & Drei Zinnen

In Toblach hatten wir schließlich einen schönen Blick Richtung Drei Zinnen. Natürlich kam sofort die Idee auf, sie noch irgendwie in den Tag zu quetschen.

Zum Glück haben wir es gelassen.

Die Drei Zinnen verdienen einen eigenen Tag und genau so würden wir sie beim nächsten Mal planen.

Seceda – wunderschön, aber wieder schlecht geplant

Am nächsten Tag ging es nach St. Ulrich in Gröden und von dort hinauf zur Seceda.

Die Landschaft dort war genau das, was wir uns von den Dolomiten erhofft hatten: grüne Almwiesen und dahinter diese spektakulären steilen Felsformationen.

Das Problem war wieder nicht das Ziel, sondern unsere Route. Wir waren vermutlich über einige Pässe mehrfach gefahren und wollten eigentlich auch noch zur Seiser Alm.

Das haben wir zeitlich nicht mehr geschafft.

So würden wir die Dolomiten heute planen

Beim nächsten Mal würden wir Bozen für die ersten beiden Tage als Basis nutzen und anschließend einmal nach Toblach wechseln.

So lassen sich Seceda, Seiser Alm, schöne Passstraßen und die Drei Zinnen deutlich sinnvoller miteinander verbinden.

Tag 1: Seceda & Passstraße

Früh von Bozen nach St. Ulrich, mit der Bahn hinauf zur Seceda und dort zwei bis drei Stunden verbringen.

Nicht nur schnell ein Foto machen, sondern ein Stück wandern, Aussicht genießen und vielleicht auf einer Hütte etwas essen.

Danach geht es zurück ins Tal und weiter über Wolkenstein, Sellajoch und Canazei. Anschließend über den Karerpass und Welschnofen zurück nach Bozen.

Ein Hauptziel, eine schöne Passrunde und fertig.

Tag 2: Seiser Alm & weiter nach Toblach

Am zweiten Tag würden wir früh zur Talstation der Seiser-Alm-Bahn fahren, das Auto unten stehen lassen und mit der Gondel hinauffahren.

Auf der Alm würden wir ungefähr drei Stunden einplanen, eine schöne Runde laufen und etwas essen.

Danach nicht zurück nach Bozen.

Stattdessen geht es weiter über Wolkenstein und das Grödner Joch nach Corvara. Dort kann man noch einen Kaffee trinken oder etwas essen und anschließend Richtung Toblach weiterfahren.

So bewegt man sich schon sinnvoll zum Ziel des nächsten Tages.

Tag 3: Drei Zinnen

Am dritten Tag gäbe es nur ein Ziel:

Die Drei Zinnen.

Kein Pragser Wildsee davor, kein zusätzlicher Pass und keine weitere Alm danach.

Von Toblach aus früh Richtung Misurina und Drei Zinnen starten und den ganzen Tag dafür nutzen.

Diesmal würden wir die klassische Rundwanderung machen und uns wirklich Zeit lassen.

Genau so wollen wir die Dolomiten beim nächsten Mal erleben: weniger Berge abhaken und mehr Zeit zwischen ihnen verbringen.

Warum wir nicht wieder in Rocca Pietore übernachten würden

Rocca Pietore ist nicht grundsätzlich ein schlechter Ausgangspunkt. Für unsere Route war es einfach der falsche.

Seceda, Seiser Alm, Corvara und Drei Zinnen liegen in unterschiedlichen Teilen der Dolomiten. Eine Unterkunft irgendwo in der Mitte bedeutet deshalb nicht automatisch kurze Wege.

Wir würden lieber zwei gute Standorte wählen:

Bozen für Seceda und Seiser Alm.
Toblach für die Drei Zinnen.

Ein Hotelwechsel ist für uns entspannter als jeden Tag mehrere zusätzliche Stunden im Auto.

Innsbruck – schön, aber wir hätten Südtirol vorgezogen

Nach den Dolomiten ging es weiter nach Innsbruck. Von unserer Unterkunft haben wir uns wieder Fahrräder genommen und sind damit ins Zentrum gefahren.

Wir waren beim Goldenen Dachl, im Hard Rock Cafe und haben uns auch die Skisprungschanze angesehen.

Innsbruck ist eine hübsche Stadt und für einen Zwischenstopp absolut geeignet.

Wenn wir den Roadtrip heute noch einmal planen würden, würden wir aber lieber einen Tag länger in Südtirol oder den Dolomiten bleiben und Innsbruck nur einbauen, wenn wirklich noch genügend Zeit übrig ist.

Was würden wir wieder genauso machen?

  • München als ersten Zwischenstopp nutzen
  • München mit dem Fahrrad erkunden
  • Limone am Gardasee einplanen
  • Mit dem Boot nach Malcesine fahren
  • Monte Baldo besuchen
  • Cinque Terre mit dem Zug erkunden
  • Im Val d’Orcia über die Landstraßen fahren
  • Die heißen Quellen besuchen
  • Am Kalterer See baden
  • Bozen als Basis für Südtirol nutzen
  • Die Dolomitenpässe bewusst als Teil der Reise genießen

Was würden wir anders machen?

Monte Baldo: Nicht vier Stunden bergab laufen, sondern eine schöne Höhenwanderung machen und die Gondel nutzen.

Toskana: Weniger Orte besuchen und lieber länger auf einem Weingut oder Agriturismo bleiben.

Mittelalterliche Städte: Nicht Siena, San Gimignano, Montalcino und Pienza möglichst schnell hintereinander abhaken.

Dolomiten: Bozen und Toblach als zwei sinnvolle Standorte nutzen und maximal ein großes Ziel pro Tag planen.

Drei Zinnen: Einen kompletten Tag dafür reservieren.

Unser Fazit zum Roadtrip

Wir würden diesen Roadtrip jederzeit wieder machen, aber deutlich entspannter.

München war ein perfekter Start, Limone und der Gardasee ein wunderschöner Zwischenstopp und Cinque Terre würden wir bei besserem Wetter gerne noch einmal mit einer Wanderung erleben.

In der Toskana würden wir beim nächsten Mal weniger fahren und mehr genießen. Eine schöne Unterkunft, ein Pool, ein gutes Buch und vielleicht ein oder zwei Ziele pro Tag würden uns heute völlig reichen.

In den Dolomiten würden wir diesmal mit einem klaren Plan starten: zwei Tage ab Bozen mit Seceda und Seiser Alm, anschließend weiter nach Toblach und am dritten Tag nur die Drei Zinnen.

Denn sowohl in der Toskana als auch in den Dolomiten ist der Weg ein Teil des Ziels – man muss ihn nur nicht dreimal fahren.