Oslo oder Kopenhagen? Beides!

Oslo, Kopenhagen und Skagen in einer Woche

Vier Städte, drei Länder, ziemlich viele Schritte und eine Innenkabine, in der es auch morgens um zehn noch stockdunkel war: Unsere Reise „Skandinavische Highlights ab Kiel“ mit AIDAnova war genau die richtige Mischung aus Kreuzfahrt, Städtetrip und jeder Menge frischer Seeluft.

Wir reisen gerne unkompliziert. Wir müssen nicht jedes Museum von innen sehen, brauchen nicht an jeder Ecke eine geführte Tour und sind meistens lieber zu Fuß unterwegs. So bekommt man unserer Meinung nach viel mehr von einer Stadt mit – und findet ganz nebenbei kleine Läden, schöne Fotospots und gelegentlich auch das eine oder andere Schnäppchen.

Genau deshalb passte die Route der AIDAnova perfekt zu uns. Von Kiel ging es nach Oslo, weiter nach Skagen, für zwei Tage nach Kopenhagen und anschließend nach Aarhus. Dabei hatten wir eine Innenkabine gebucht – eine Entscheidung, die überraschend gut zu unserer Art zu reisen passte.

Start unserer Reise: Einschiffung in Kiel

Los ging es für uns in Kiel. Sobald die Koffer abgegeben waren und wir unsere Bordkarten in der Hand hielten, begann dieses typische Kreuzfahrtgefühl: Man weiß zwar ungefähr, wo man hinmuss, läuft aber trotzdem erst einmal in die falsche Richtung.

AIDAnova kam uns am ersten Tag riesig vor. Bevor wir unsere Kabine gefunden hatten, kannten wir vermutlich mehr Treppenhäuser als Restaurants. Nach der ersten Orientierung wurde es aber schnell entspannter. Wir schauten uns das Schiff an, suchten die wichtigsten Bereiche und genossen das Auslaufen aus Kiel.

Der Moment, in dem das Schiff langsam den Hafen verlässt, gehört für uns zu den schönsten einer Kreuzfahrt. Der Urlaub beginnt nicht irgendwann am nächsten Morgen – sondern genau dann, wenn das Land langsam kleiner wird und man mit einem Getränk in der Hand an Deck steht.

Unsere Innenkabine auf AIDAnova

Für diese Reise hatten wir uns bewusst für eine Innenkabine entschieden. Schließlich wollten wir den größten Teil des Tages unterwegs sein und die Kabine hauptsächlich zum Schlafen, Duschen und kurzen Erholen nutzen.

Natürlich ist eine Innenkabine nicht besonders groß. Wenn zwei Personen gleichzeitig ihre Koffer öffnen, wird aus der Kabine schnell ein kleiner Hindernisparcours. Mit etwas Ordnung hat es für uns aber problemlos funktioniert.

Der größte Vorteil war die Dunkelheit. Sobald das Licht aus war, war wirklich Nacht – egal, wie spät oder früh es draußen war. Das ist perfekt zum Schlafen, kann morgens aber leicht dazu führen, dass man komplett das Zeitgefühl verliert. Ohne Wecker hätten wir vermutlich mindestens einen Hafen verschlafen.

Für uns war die Innenkabine dennoch die richtige Wahl. Wir waren tagsüber fast immer unterwegs und verbrachten unsere freie Zeit lieber an Deck oder in den öffentlichen Bereichen des Schiffes. Das gesparte Geld konnten wir dadurch besser für Ausflüge, Essen und kleine Einkäufe verwenden.

Oslo: Moderne Architektur, königliche Wege und Hafenflair

Unser erster Hafen war Oslo. Schon die Einfahrt in den Oslofjord war ein echtes Highlight. Die Kombination aus Wasser, kleinen Inseln und der langsam auftauchenden Stadt machte den Morgen direkt besonders.

Nach dem Frühstück machten wir uns zu Fuß auf den Weg. Oslo lässt sich rund um das Zentrum erstaunlich gut erlaufen – was natürlich perfekt für uns war. Unser erstes Ziel war die berühmte Oper. Das moderne Gebäude liegt direkt am Wasser und sieht ein bisschen so aus, als würde es aus dem Fjord herausragen.

Das Beste daran: Man kann über die schrägen Flächen bis auf das Dach laufen. Von oben hatten wir einen schönen Blick über das Wasser, den Hafen und die moderne Skyline. Ein tolles Erlebnis und gleichzeitig komplett kostenlos – solche Sehenswürdigkeiten mögen wir besonders gern.

Anschließend ging es weiter durch das Zentrum. Wir liefen über die Karl Johans gate, Oslos bekannte Einkaufsstraße, in Richtung des Königlichen Schlosses. Unterwegs schauten wir natürlich auch in einige Geschäfte. Skandinavien ist nicht unbedingt für Tiefstpreise bekannt, aber beim Bummeln findet man trotzdem immer wieder kleine Angebote oder Dinge, die es bei uns nicht an jeder Ecke gibt.

Vom Schloss führte unser Weg zurück in Richtung Wasser. Wir liefen am Rathaus vorbei und weiter zum Hafenviertel Aker Brygge. Dort reihen sich Restaurants, Cafés und moderne Gebäude direkt an der Promenade aneinander.

Für eine längere Restaurantpause waren uns die Preise teilweise etwas zu sportlich. Deshalb machten wir es wie häufig auf unseren Reisen: erst vergleichen, dann entscheiden und im Zweifel lieber einen Snack etwas abseits der größten Touristenstraße kaufen.

Zum Abschluss schauten wir uns noch die Festung Akershus an. Von dort hat man ebenfalls einen schönen Blick auf den Hafen und die vorbeifahrenden Schiffe. Nach mehreren Stunden zu Fuß meldeten sich langsam unsere Beine – der Schrittzähler dagegen war vermutlich sehr zufrieden.

Oslo hat uns vor allem durch die Mischung aus moderner Architektur, Wasser und entspanntem Großstadtgefühl gefallen. Die wichtigsten Bereiche konnten wir gut auf eigene Faust entdecken, ohne einen organisierten Ausflug buchen zu müssen.

Skagen: Gelbe Häuser und zwei Meere

Skagen war im Vergleich zu Oslo deutlich kleiner und ruhiger. Genau das machte den Stopp aber besonders schön. Schon beim ersten Spaziergang fielen uns die typischen gelben Häuser mit ihren roten Dächern auf. Der ganze Ort wirkte gemütlich und angenehm unaufgeregt.

Das bekannteste Ziel in Skagen ist Grenen, die nördlichste Spitze Dänemarks. Hier treffen Skagerrak und Kattegat aufeinander. An der Spitze kann man beobachten, wie die Wellen aus zwei Richtungen zusammenkommen.

Für den Weg nach Grenen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Da wir gerne laufen, wollten wir möglichst viel von der Umgebung sehen und machten uns mit ausreichend Zeit auf den Weg. Die Landschaft rund um Skagen besteht aus Dünen, Strand und niedriger Vegetation – perfekt für einen langen Spaziergang.

Wer nicht die komplette Strecke laufen möchte, kann einen Teil des Weges auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Am Besucherbereich von Grenen fährt außerdem der sogenannte Sandormen, ein von einem Traktor gezogener Wagen, bis in die Nähe der Spitze.

Wir entschieden uns natürlich dafür, noch ein Stück weiterzulaufen. Schließlich waren wir schon da und unsere Schuhe sollten sich auch lohnen. Am Wasser war es windig, frisch und gleichzeitig wunderschön. Grenen gehört definitiv zu den Orten, bei denen das eigentliche Erlebnis nicht nur aus einer Sehenswürdigkeit besteht, sondern aus der gesamten Landschaft.

Nach unserem Ausflug blieb noch Zeit für einen Rundgang durch Skagen. Wir schlenderten durch die kleinen Straßen, sahen uns einige Geschäfte an und machten eine Pause. Statt direkt im erstbesten Café Platz zu nehmen, verglichen wir wie immer erst einmal die Preise. Ein paar Straßen abseits der bekanntesten Wege lässt sich häufig etwas günstiger essen oder trinken.

Skagen war für uns der ruhigste Stopp der Reise – und gleichzeitig einer der schönsten. Viel Natur, wenig Großstadtstress und ordentlich frische Luft. Unsere Frisuren hatten danach zwar aufgegeben, aber das gehört an der dänischen Küste offenbar dazu.

Kopenhagen – Tag 1: Die klassischen Sehenswürdigkeiten

Auf Kopenhagen hatten wir uns besonders gefreut. Da AIDAnova zwei Tage in der Stadt lag, mussten wir nicht versuchen, alle Sehenswürdigkeiten in wenige Stunden zu quetschen. Das machte unseren Aufenthalt deutlich entspannter.

Am ersten Tag konzentrierten wir uns auf die klassischen Highlights. Unser Weg führte uns zunächst zur Kleinen Meerjungfrau. Die Statue gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Kopenhagens und ist – passend zum Namen – tatsächlich eher klein.

Rund um die Meerjungfrau war einiges los. Nach einem schnellen Foto ging es deshalb weiter. Wir liefen am Kastellet vorbei, einer sternförmig angelegten historischen Festungsanlage mit Grünflächen und Spazierwegen.

Danach ging es in Richtung Schloss Amalienborg. Der große Platz mit den vier nahezu identischen Palästen wirkt beeindruckend und ist eine der bekanntesten königlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Von dort liefen wir weiter zum Nyhavn. Die bunten Häuser, alten Schiffe und Restaurants entlang des Kanals kennt man vermutlich von fast jedem Kopenhagen-Foto. Entsprechend voll war es dort natürlich auch.

Für eine kurze Pause ist Nyhavn trotzdem schön. Für Essen und Getränke schauten wir uns aber lieber noch etwas weiter um. Direkt an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zahlt man häufig nicht nur für das Essen, sondern auch für den Blick auf die bunten Häuser.

Am Nachmittag schlenderten wir weiter durch die Innenstadt. Dabei kamen wir an zahlreichen Geschäften, kleinen Seitenstraßen und Plätzen vorbei. Kopenhagen eignet sich hervorragend zum Bummeln – auch wenn man nicht jedes Geschäft mit einer vollen Einkaufstasche verlassen sollte. Zumindest nicht, wenn später alles wieder in die Innenkabine passen muss.

Nach einem langen Tag ging es zurück aufs Schiff. Der große Vorteil von zwei Tagen im gleichen Hafen: Wir mussten nicht ständig auf die Uhr schauen und wussten, dass am nächsten Morgen noch genügend Zeit für weitere Stadtteile blieb.

Kopenhagen – Tag 2: Schlendern, entdecken und Schnäppchen suchen

Am zweiten Tag ließen wir es etwas ruhiger angehen. Nach dem Frühstück starteten wir erneut zu Fuß und wollten diesmal weniger nach einer festen Liste vorgehen.

Wir liefen durch die Innenstadt und machten einen Abstecher zum Schloss Rosenborg und in den umliegenden Park. Anschließend ging es weiter durch die Einkaufsstraßen. Besonders rund um die Strøget gibt es eine Mischung aus großen Marken, Souvenirläden und kleineren Geschäften.

Natürlich ließen wir uns auch die Gelegenheit zum Schnäppchensuchen nicht entgehen. Unser Grundsatz auf Reisen lautet allerdings: Nur weil irgendwo „Sale“ steht, ist es noch lange kein Schnäppchen. Nach ein paar Preisvergleichen findet man aber durchaus interessante Angebote.

Zwischendurch legten wir eine Pause ein und holten uns etwas zu essen. Statt eines großen Menüs direkt an einer Sehenswürdigkeit bevorzugen wir häufig Streetfood, Bäckereien oder kleinere Imbisse. So kann man lokale Spezialitäten probieren, ohne gleich das komplette Reisebudget an einem Nachmittag zu verbrauchen.

Zum Abschluss liefen wir noch einmal am Wasser entlang. Kopenhagen hat uns besonders gut gefallen, weil die Stadt trotz ihrer Größe entspannt wirkt. Viele Sehenswürdigkeiten liegen relativ nah beieinander und die Wege dazwischen sind fast genauso interessant wie die eigentlichen Ziele.

Die zwei Tage waren für uns ideal. So konnten wir am ersten Tag die bekannten Highlights abhaken und am zweiten Tag einfach durch die Stadt laufen, ohne ständig das Gefühl zu haben, noch fünf Sehenswürdigkeiten schaffen zu müssen.

Aarhus: Die entspannte Überraschung der Reise

Unser letzter Stopp war Aarhus. Vor der Reise hatten wir von der Stadt deutlich weniger gehört als von Oslo oder Kopenhagen. Umso gespannter waren wir, was uns dort erwartet.

Aarhus ist kompakt und lässt sich angenehm zu Fuß erkunden. Vom Hafen aus machten wir uns zunächst in Richtung Innenstadt auf. Dabei kamen wir am modernen Bibliotheks- und Kulturgebäude Dokk1 vorbei.

Anschließend liefen wir durch die Einkaufsstraßen und weiter ins Latinerkvarteret, das sogenannte Lateinische Viertel. Dort gibt es kleinere Straßen, Cafés, Geschäfte und bunte Häuser. Die Atmosphäre war deutlich ruhiger als in Kopenhagen, aber trotzdem lebendig.

Eines der bekanntesten Gebäude der Stadt ist das Kunstmuseum ARoS mit dem farbigen Regenbogen-Panorama auf dem Dach. Bereits von außen ist das Gebäude auffällig. Wer sich für moderne Kunst interessiert und genügend Zeit mitbringt, kann hier problemlos mehrere Stunden verbringen.

Ein weiteres großes Highlight von Aarhus ist Den Gamle By. Das Freilichtmuseum zeigt historische dänische Häuser und Straßenzüge aus verschiedenen Zeitabschnitten. Da wir nur einen Tag in der Stadt hatten, mussten wir uns entscheiden, wie viel Zeit wir für einzelne kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten einplanen wollten.

Wir entschieden uns dafür, die Stadt überwiegend zu Fuß zu entdecken und uns mehr von Aarhus selbst anzusehen. Gerade bei einem kurzen Hafenstopp finden wir es manchmal schöner, durch verschiedene Viertel zu laufen, statt den größten Teil des Tages in nur einem Museum zu verbringen.

Natürlich blieb auch in Aarhus noch Zeit für ein wenig Shopping. Die Stadt hat sowohl bekannte Geschäfte als auch kleinere Läden. Wer gerne skandinavische Dekoration, Mode oder Design mag, sollte allerdings aufpassen – das Handgepäck ist schneller voll, als man „dänisches Wohnaccessoire“ sagen kann.

Aarhus hat uns positiv überrascht. Die Stadt ist modern, jung und gleichzeitig angenehm überschaubar. Für einen entspannten letzten Reisetag war sie genau richtig.

Zurück an Bord: Essen, Entspannung und müde Beine

Nach unseren Landgängen freuten wir uns jeden Abend darauf, wieder an Bord zu kommen. Meistens waren wir mehrere Stunden unterwegs und hatten entsprechend viele Kilometer gesammelt.

Der Ablauf war häufig ähnlich: zurück auf die Kabine, kurz ausruhen, duschen und anschließend etwas essen. Danach erkundeten wir noch das Schiff, schauten uns das Abendprogramm an oder setzten uns mit einem Getränk in einen der öffentlichen Bereiche.

Unsere Innenkabine war dabei völlig ausreichend. Da wir ohnehin erst abends zurückkamen und morgens möglichst schnell wieder loswollten, hätten wir einen eigenen Balkon wahrscheinlich deutlich weniger genutzt, als man vorher denkt.

Unser Fazit zur Reise „Skandinavische Highlights“ mit AIDAnova

Die Reise war für uns eine richtig gute Kombination aus Kreuzfahrt und mehreren kleinen Städtetrips. Jeder Hafen hatte seinen eigenen Charakter: Oslo war modern und weitläufig, Skagen ruhig und naturverbunden, Kopenhagen bunt und abwechslungsreich und Aarhus angenehm entspannt.

Besonders gut gefallen hat uns, dass wir die meisten Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust erreichen konnten. Wir sind viel gelaufen, haben die Städte in unserem eigenen Tempo entdeckt und mussten nicht für jeden Hafen einen organisierten Ausflug buchen.

Dadurch blieb auch mehr Geld für Dinge übrig, die uns unterwegs wirklich wichtig waren: gutes Essen, kleine Einkäufe und spontane Pausen. Ganz ohne auf jeden Cent zu achten reisen wir natürlich nicht – aber ein Kaffee mit schönem Ausblick ist für uns manchmal weniger eine Ausgabe und mehr notwendiger Treibstoff.

Auch die Innenkabine würden wir für eine vergleichbare Route wieder buchen. Sie war praktisch, ruhig und für unsere Bedürfnisse vollkommen ausreichend. Wer den ganzen Tag unterwegs ist und das Schiff hauptsächlich zum Essen, Schlafen und Entspannen nutzt, kann hier einiges sparen.

Nach mehreren Städten, sehr vielen Schritten und vermutlich noch mehr Fotos ging es für uns zurück nach Kiel. Unsere Beine waren müde, die Speicherkarte voll und die Liste mit neuen Reisezielen wieder ein Stück länger.

Kurz gesagt: Skandinavien vom Schiff aus kennenzulernen hat uns richtig gut gefallen – und wir würden sofort wieder losfahren.